Versicherungslexikon A–Z
Die wichtigsten Versicherungsbegriffe einfach erklärt – von A wie Allgefahrendeckung bis Z wie Zusatzversicherung.
75 Begriffe klar erklärt
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Allgefahrendeckung
Versicherungsschutz, der alle Gefahren abdeckt, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.
Ausschluss
Risiken, die vom Vertrag ausdrücklich nicht gedeckt sind. Steht im Kleingedruckten – und ist oft der Punkt, an dem sich Verträge wirklich unterscheiden.
Anzeigepflicht
Beim Vertragsabschluss musst du wahrheitsgemäß auf alle Fragen antworten. Wer hier schummelt, riskiert im Schadensfall den kompletten Versicherungsschutz.
Allmählichkeitsschäden
Schäden, die nicht plötzlich entstehen, sondern schleichend (z.B. undichtes Rohr beschädigt über Monate die Wand). Viele Basistarife schließen das aus.
Ableitungsrohre
Rohre außerhalb des Gebäudes, die Wasser oder Abwasser ableiten. Ob Schäden daran mitversichert sind, hängt stark vom Tarif ab – oft nur mit Zusatzbaustein.
Außenversicherung
Schutz für dein Hab und Gut außerhalb der Wohnung – etwa im Hotel, im Auto oder im Büro. Meist zeitlich und finanziell begrenzt.
Abstrakte Verweisung
Klausel in älteren BU-Verträgen: Die Versicherung darf dich auf einen anderen zumutbaren Beruf verweisen. Moderne Verträge verzichten darauf – ein wichtiger Unterschied.
Beitrag
Der regelmäßig zu zahlende Geldbetrag für den Versicherungsschutz – auch Prämie genannt.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit oder Unfall.
Betriebshaftpflicht
Schützt Unternehmen vor Schadensersatzansprüchen Dritter im Geschäftsbetrieb.
Bauherrenhaftpflicht
Extra-Schutz, wenn du baust oder sanierst. Passiert auf der Baustelle ein Unfall, haftest du als Bauherr – die normale Privathaftpflicht deckt das nur bis zu bestimmten Bausummen.
Deckungssumme
Der maximale Betrag, den die Versicherung im Schadenfall übernimmt.
Deliktunfähigkeit
Kinder unter 7 (im Straßenverkehr unter 10) haften rechtlich nicht für Schäden. Gute Tarife zahlen trotzdem – 'deliktunfähige Kinder mitversichert' ist ein wichtiger Punkt.
Deckungszusage
Die schriftliche Bestätigung deiner Versicherung, dass sie die Kosten für einen konkreten Rechtsstreit übernimmt. Ohne sie geht der Anwalt ungern in Vorleistung.
Eigenbeteiligung
Der Anteil am Schaden, den du selbst tragen musst – auch Selbstbeteiligung genannt.
Elementarschäden
Schäden durch Naturereignisse wie Hochwasser, Erdbeben, Erdrutsch oder Starkregen.
Einbruchdiebstahl
Diebstahl nach gewaltsamem Eindringen (Tür aufgebrochen, Fenster eingeschlagen). Standard in jeder Hausrat. Einfacher Diebstahl dagegen meist nicht.
Feuerversicherung
Teil der Wohngebäude- oder Hausratversicherung, der Brandschäden abdeckt.
Forderungsausfalldeckung
Springt ein, wenn dir jemand einen Schaden zufügt, selbst keine Versicherung hat und zahlungsunfähig ist. Dann zahlt quasi deine eigene Haftpflicht für den Schädiger.
Forderungsausfall
Der Begriff beschreibt die Situation: Du hast einen berechtigten Anspruch gegen jemanden, aber derjenige kann nicht zahlen. Ohne Forderungsausfalldeckung bleibst du auf dem Schaden sitzen.
Fahrraddiebstahl
Diebstahl deines Fahrrads unterwegs. Oft nicht automatisch in der Hausrat mitversichert, sondern als Zusatzbaustein mit eigener Entschädigungsgrenze.
Gebäudeversicherung
Schützt das Wohngebäude gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Grobe Fahrlässigkeit
Ein schwerer Verstoß gegen die im Verkehr erforderliche Sorgfalt – also 'das hätte wirklich nicht passieren dürfen'. Manche Verträge zahlen trotzdem, andere kürzen.
Gefälligkeitsschäden
Wenn du jemandem hilfst (Umzug, Gartenarbeit) und dabei etwas kaputt machst. Rechtlich tricky, weil Gerichte oft Haftung ausschließen – wichtig, dass der Tarif das mitversichert.
GAP-Deckung
Schließt die Lücke zwischen Zeitwert und offener Leasingrate bei Totalschaden eines Leasingfahrzeugs. Ohne GAP kann das richtig teuer werden.
Gleitende Neuwertversicherung
Die Versicherungssumme passt sich jährlich an Baupreis- und Lohnentwicklung an. Verhindert Unterversicherung bei steigenden Baukosten.
Grobe Fahrlässigkeit (Einschluss)
Klausel, die auch bei grob fahrlässigen Schäden (z.B. Herdplatte angelassen) die volle Leistung zusagt. In modernen Tarifen meist enthalten – früher ein Kürzungsgrund.
Gliedertaxe
Tabelle in der Unfallversicherung, die festlegt, wie viel Prozent der Versicherungssumme bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit einzelner Körperteile gezahlt werden.
Kasko
Kfz-Versicherung für Schäden am eigenen Fahrzeug – Teilkasko oder Vollkasko.
Kfz-Haftpflicht
Gesetzlich vorgeschriebene Versicherung für Schäden, die du mit deinem Fahrzeug verursachst.
Kündigungsfrist
Der Zeitraum, den du vor Vertragsende für die Kündigung einhalten musst. Typisch sind drei Monate zum Ende der Laufzeit.
Mietsachschäden
Schäden an der Mietwohnung, die du verursachst (Parkett verkratzt, Waschbecken abgerissen). Gute Haftpflichten decken das mit ab.
Mallorca-Police
Erweitert deinen Versicherungsschutz im Ausland bei Mietwagen – vor allem wenn das ausländische Mindestmaß sehr niedrig ist. Name stammt aus der Urlaubszeit.
Marderbiss
Der Klassiker: Ein Marder zerbeißt Schläuche oder Kabel im Motorraum. Teilkasko zahlt – gute Tarife auch die Folgeschäden am Motor.
Nachversicherung
Anpassung des Versicherungsschutzes bei veränderten Risiken ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Neuwertentschädigung
Bei Totalschaden oder Diebstahl in den ersten Monaten nach Zulassung zahlt die Versicherung den Neupreis statt nur den Zeitwert. Dauer je nach Tarif meist 6 bis 24 Monate.
Police
Das schriftliche Versicherungsdokument – auch Versicherungsschein genannt.
Prämie
Anderes Wort für den Versicherungsbeitrag.
Prognosezeitraum
In der BU relevant: Wird prognostiziert, dass du mindestens sechs Monate nicht arbeiten kannst, gilt das als Berufsunfähigkeit im Sinne des Vertrags.
Progression
Zusatzregelung in der Unfallversicherung: Ab einem bestimmten Invaliditätsgrad steigt die Leistung überproportional. 350 % Progression ist ein üblicher Wert.
Privathaftpflichtversicherung
Die wichtigste Versicherung für Privatpersonen. Sie zahlt, wenn du anderen einen Schaden zufügst — sei es ein umgestoßener Kaffee beim Nachbarn oder ein Verkehrsunfall als Fußgänger.
Rechtsschutzversicherung
Übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bei Rechtsstreitigkeiten.
Risikolebensversicherung
Zahlt eine vereinbarte Summe an Hinterbliebene im Todesfall der versicherten Person.
Regress
Die Versicherung zahlt zunächst, holt sich das Geld aber vom tatsächlichen Verursacher zurück. Kommt z.B. bei grober Fahrlässigkeit im KFZ-Bereich vor.
Regionalklasse
Einstufung deines Wohnorts (genauer: Zulassungsbezirk) anhand der dort üblichen Schadenhäufigkeit. Großstadt ist meist teurer als Landkreis.
Rückstau
Wenn Wasser aus der Kanalisation rückwärts ins Haus gedrückt wird – z.B. bei Starkregen. Wird meist im Rahmen der Elementarschadenversicherung gedeckt.
Schadenfreiheitsklasse
Einstufung in der Kfz-Versicherung – je länger unfallfrei, desto günstiger der Beitrag.
Selbstbeteiligung
Synonym für Eigenbeteiligung – der Betrag, den du im Schadenfall selbst zahlst.
Schadensmeldung
Die formelle Meldung eines Schadens an deine Versicherung. Je schneller, desto besser – und bitte immer schriftlich festhalten, was wann passiert ist.
Schlüsselverlust
Verlierst du einen fremden Schlüssel (z.B. vom Arbeitgeber oder Vermieter), kann schnell eine neue Schließanlage fällig werden. Teuer – und nicht in jeder Haftpflicht mitversichert.
Streitwert
Der finanzielle Wert einer Rechtssache – auf dieser Basis werden Anwalts- und Gerichtskosten berechnet. Je höher der Streitwert, desto höher die Kosten.
Tierhalter-Haftpflicht
Pflichtversicherung in vielen Bundesländern für Schäden, die dein Hund verursacht.
Teilkasko
Deckt unter anderem Glasbruch, Diebstahl, Wildunfälle, Sturm, Hagel, Marderbiss. Kein Schutz bei selbstverschuldeten Unfällen oder Vandalismus.
Typklasse
Einstufung deines Fahrzeugmodells anhand der Schadenhäufigkeit. Je höher die Typklasse, desto teurer die Versicherung.
Versicherungsnehmer
Die Person, die den Versicherungsvertrag abgeschlossen hat und Beiträge zahlt.
Versicherte Person
Die Person, für die der Versicherungsschutz gilt – also derjenige, auf dessen Risiko sich der Vertrag bezieht.
Versicherungsfall
Das Ereignis, für das die Versicherung leistet. Klingt banal, ist aber im Vertrag haarklein definiert – und genau da entscheidet sich, ob gezahlt wird.
Vorsatz
Wer einen Schaden bewusst herbeiführt, bekommt kein Geld. Vorsätzliche Schäden sind bei praktisch jeder Versicherung ausgeschlossen.
Versicherungsschein
Auch Police genannt – die Vertragsurkunde, die bestätigt, was genau versichert ist. Gut aufheben.
Vollkasko
Alles, was die Teilkasko abdeckt – plus selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus. Sinnvoll vor allem für neue oder hochwertige Fahrzeuge.
Vermögensschadenhaftpflicht
Deckt reine Vermögenschäden – also finanzielle Schäden, die nicht aus einem Sach- oder Personenschaden resultieren. Wichtig für Berater, Makler, IT, Architekten.
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